Feierstunde zur Verleihung des Schröder-Stipendiums

Professor für prächtigen Gurkensalat. So mancher musste Grinsen, als er hörte, dass Fritz-Gerald Schröder eine Professur für Gemüsebau und Gewächshausmanagement besitzt. Da stand nun einer, der sich anscheinend besonders gut mit dem Wachstum von Karotten und Gurken auskannte. Jemand, der an der Hochschule Dresden lehrt, was jeder hinter dem eigenen Haus, im Gartenverein bis hin zur großtechnischen Produktion selbst betreibt.

Doch die erste Geringschätzung der Zuhörer verlor sich rasant, als Herr Prof. Schröder in einem anschaulichen Vortrag seinen Alltag an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden vorstellte. Zweifelsfrei ging es nicht darum, einen besonders eindrucksvollen Kürbis zu züchten, sondern im Mittelpunkt seines Forschungsinteresses steht ein in der Öffentlichkeit weitgehend verdrängtes Dilemma der Moderne: Wie lässt sich eine stetig wachsende Weltbevölkerung mit immer knapper werdenden Anbauflächen ernähren? Nur durch neue revolutionäre Ideen und Visionen lässt sich dieses Problem des wortwörtlichen Hungers der Menschheit lösen.

Bei diesem Thema haben vielleicht manche Zuhörer den eigentlichen Anlass und Anfang der Veranstaltung vergessen. Dabei handelte es sich um die Verleihung des Professor-Schröder-Stipendiums, welche mittlerweile im zweiten Jahr einen Geldbetrag an Schülerinnen und Schüler stiftet, die durch besondere Leistungen an der Freien Gesamtschule in Lützen auffallen. In diesem Jahr hatten sich insgesamt sechs Schülerinnen und Schüler aus der 11. und 12. Klasse beworben und letztendlich konnten sich die anwesenden Gäste aus Eltern, Schülerschaft, und Lehrerschaft gemeinsam mit Zoe Michelle Meißner sowie Tim Paschenda über das Stipendium freuen.

Am Ende betonte Professor Schröder, wie wichtig es sei, Hoffnungen und Visionen für die Zukunft zu haben. Damit sprach er alle Zuhörer an, aber bestimmt fühlten sich besonders alle Bewerber für das Stipendium angesprochen, die sich mit ihren sozialen und intellektuellen Leistungen auch für ihre eigene bessere Zukunft einsetzen. Und wer weiß, möglicherweise übernimmt einer von ihnen Verantwortung für eine bessere Zukunft von uns allen.

Tim Reinke (Öffentlichkeitsarbeit)