Schüleraustausch verbindet: Schwedische Gäste erleben Kultur und Geschichte in Mitteldeutschland

Vom 3. bis 9. November 2025 begrüßte die Freie Gesamtschule „Gustav Adolf“ Lützen eine 17-köpfige Schülergruppe der deutschen Sektion des Hvitfeldtska Gymnasiet aus Göteborg mit ihren zwei Lehrern zu einem abwechslungsreichen und eindrucksvollen Austauschprogramm. Eine Woche lang erkundeten die Jugendlichen aus Schweden gemeinsam mit ihren deutschen Gastgeberinnen und Gastgebern historische Orte, kulturelle Einrichtungen und regionale Traditionen.

Der Austausch begann mit einer lebendigen Stadtrallye durch die Leipziger Innenstadt, bei der die Schülerinnen und Schüler auf spielerische Weise die wichtigsten Wahrzeichen, Plätze und Geschichten der Messestadt entdeckten. Ein weiterer kultureller Höhepunkt folgte mit dem Besuch des Grassimuseums, das mit seinen vielfältigen Ausstellungen insbesondere bei den kunstinteressierten Gästen großen Eindruck hinterließ.

Ein Tag führte die Gruppe nach Weimar, wo sie sich auf die Spuren von Goethe, Schiller und der Bauhaus-Bewegung begaben. Der Besuch bot einen tiefen Einblick in die deutsche Klassik und Kulturgeschichte. Dem gegenüber stand ein bewegender und nachdenklicher Programmpunkt: die Besichtigung des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Die schwedischen und deutschen Jugendlichen setzten sich gemeinsam mit der historischen Verantwortung und den Folgen des Nationalsozialismus auseinander – ein Besuch, der allen nachhaltig in Erinnerung blieb.

Besonders herzlich fiel der Aufenthalt in Lützen aus. Beim Kegeln, beim Besuch des Schlosses Lützen sowie während der Musikandacht in der Gustav-Adolf-Kapelle lernten die Gäste sowohl lokale Traditionen als auch die Bedeutung Gustav Adolfs für die Region kennen. Der Besuch des neuen Museums Lützen 1632  sowie ein feierlicher Empfang des Bürgermeisters im „Roten Löwen“ rundeten das Programm ab. Bei Kaffee und Kuchen blieb ausreichend Zeit für Gespräche und den kulturellen Austausch.

Ein weiterer außergewöhnlicher Programmpunkt war der Besuch der Kirche Meuchen, bei dem die Schülerinnen und Schüler auf den Spuren Gustav Adolfs wandelten. Im Kostüm erhielten die Jugendlichen eine Führung mit Pfarrer Pra. Abgerundet wurde die Reise mit einem Ausflug zum Schloss Weißenfels und dessen Schuhmuseum, in dem die Gäste spannende Einblicke in regionale Handwerks- und Kulturgeschichte erhielten.

Am Ende der Woche zeigte sich deutlich, wie gewinnbringend internationale Begegnungen für junge Menschen sind. Neue Freundschaften wurden geschlossen, kulturelle Brücken gebaut und Erinnerungen geschaffen, die weit über den Austausch hinaus Bestand haben werden. Beide Schulen freuen sich bereits auf den Gegenbesuch in Göteborg im Frühjahr 2026 – und darauf, die entstandenen Kontakte weiter zu vertiefen.

Rabea Grönholdt (Öffentlichkeitsarbeit)