Mehr als ein einfaches Schild an der Wand

Es war vielleicht das schönste Detail an diesem Tag, der mit angenehmen Momenten nicht geizte: Diese Mischung aus Stolz und Zufriedenheit der Schülerinnen und Schüler der Steuergruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, als sie den Applaus der fast 200 Gäste entgegennehmen konnten. Sie hatten es sich verdient.

Die Steuergruppe, die sich aus verschiedenen Jahrgangsstufen zusammensetze, hatte soeben mit einer ausführlichen Präsentation ihren Weg vorgestellt, der nötig war, damit die Freie Gesamtschule „Gustav Adolf“ in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen werden konnte. Mit der engagierten Unterstützung von Frau Dietz wurden durch die Steuergruppe alle Mitglieder der Schule mit einem Kuchenbasar, einer Diskussionsveranstaltungen mit dem Rapper Ben Salamo, einer Vortragsreihe in allen Klassen der Schule sowie anderen Aktionen für das Thema sensibilisiert.

Dabei ist der Titel des Netzwerkes auf dem ersten Blick ein wenig irreführend, da nicht nur die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft beendet werden soll. Vielmehr geht es darum, einen deutschlandweiten Bund aus Schulen zu schaffen, die ein Zeichen gegen jede Form von Mobbing setzen, und die verhindern wollen, dass die sexuelle Orientierung einen Maßstab bildet, um den Wert eines Menschen zu definieren. Diesen Werten hat sich die FGS Lützen in einer Wahl mit ca. 73% angeschlossen.

Jedoch muss bei der gesamten Feierstimmung festgestellt werden, dass ein wenig mehr als Viertel aller Schüler gegen die Aufnahme ins Netzwerk gestimmt haben. Gegen die Bekämpfung des Rassismus. Gegen das Ende von Mobbing und Diskriminierung. Gegen die Einsicht, dass Zusammenhalt wichtiger als Spaltung ist. Ob diese Gegenstimmung aus Überzeugung oder nur aus Lust am Widerspruch stattfand, das wird noch herausgefunden werden müssen.

Trotzdem endet das Engagement der Steuergruppe nicht mit der Verleihung des Schildes, denn diese Feierstunde bildet eher den Ausgangspunkt für die kommende Weiterarbeit. Dabei sollte die Feierstunde als Ermutigung der wichtigen Arbeit bilden, welche durch die Teilnahme des Lützner Bürgermeisters Mirko Kother und die Reden der Projektpaten Elke Simon-Kuch (MdL) und Prof. Fritz-Gerald Schröder (Stadtrat), die musikalischen Beiträge der Schulband, die ermunternden Worte Maik Reichels, Landeskoordinator des Courage-Netzwerkes, der Besuch verschiedener Pressevertreter sowie das reiche Buffett der Eltern der Schülerschaft unterstützt wurde. Auf diesem Fundament kann sich die Freie Gesamtschule „Gustav Adolf“ in Lützen weiterhin bemühen, eine Schule ohne Mobbing und Diskriminierung zu werden.

Tim Reinke, Fachlehrer der FGS Lützen

05/2025